04.02.2010 | Hoyu Comfort

Here's the explanation for all those who wonder why I moved to Nishikawaguchi. This is the view of my balcony to the West, in the direction of Mount Fuji, who will hopefully be visible time by time.

西川口へ引越ししました!ええ?埼玉県まで?そうなんです。でもいい理由がありますよ。それは私のバルコにからの西方の景色です。晴れたら、富士山が見えるかも知れません。

 

The view to the South: Tokyo from the balcony to the horizon. The red lights on the skyscrapers close to the apartment house on the left side indicate Shinjuku.

南方の景色。写真の左側のスカイ・スクレイパーの場所は、新宿です。

 

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Der Blick von meinem Balkon erklärt vielleicht ein wenig, wieso es mich nach Nishikawaguchi verschlagen hat. Allerdings ist die Aussicht nicht alles - vor allem, weil sie tagsüber von den hier typischen Drahtglasfenstern stark beeinträchtigt wird. Auch der Ort selbst ist spannend, weil es ein Stück Japan ist, das ich noch nicht kenne. Hier wohnen vor allem Arbeiter, und wenn Tokiotern zu Nishikawaguchi überhaupt was einfällt, dann, dass es hier ein Vergnügungsviertel mit (Girls-)Bars und Clubs gibt. Der Vorteil des Ganzen ist, dass das Milieu auch andere Geschäfte angezogen hat und man sich trotz der objektiven Entfernung zu den Zentren nicht wie in... sagen wir mal München-Neuried fühlt. Auch wenn die Läden durchaus auf die Bewohner zugeschnitten sind und es viele Spielhöllen, Manga-Shops, Prolo-Klamotten-Läden und DVD-Verleihe gibt.
Da meine Küche bisher noch nicht sonderlich gut ausgestattet ist, habe ich meine erste Mahlzeit hier in einem Ramen (das ist eine aus China importierte Nudelsuppe)-Shop zu mir genommen. Der Wirt war glücklich, mir erklären zu dürfen, was alles Gutes in seiner Suppe steckt, einer der Gäste hat mir gleich ein Wasser geholt und alle haben sich gefreut, dass es mir geschmeckt hat. Die Portion war allerdings eher auf Fabrikarbeiter als auf Schreibtischtäter zugeschnitten.
Nachdem mit dem Umzug nun endlich alles Organisatorische abgeschlossen ist, werde ich mich an dieser Stelle übrigens bald ausgiebig der Architektur widmen - und damit die Blogleser erfreuen, die ein bisschen mehr erfahren wollen als Alltagsgeschichten.

18.01.2010 | Origamilöffel

 

Bei diesem Anblick dürften sich einige Blog-Leser die Lippen lecken: Es gibt ihn noch, den guten Aloe-Vera-Joghurt! Dieses Exemplar habe ich in einem "combini" gekauft, der sowohl sprachlich als auch vom Warenangebot her japanisierten Version des amerikanischen "convenient store". Dabei handelt es sich um 24h-Stunden-lang geöffnete Allzweckläden, in denen sich die meisten der täglichen Bedürfnisse decken lassen. Darüber hinaus kann man Geld abheben, Reisen buchen, Handyrechnungen bezahlen und vieles mehr. Nahrungsmittel werden so verkauft, dass sie auch sofort verzehrt werden können: Das gilt auch für diesen Joghurt, zu dem mir der Kassierer eine kleine, in Folie verpackte Pappschaufel zum Selberbasteln reichte. Der Gedanke, mit einem Stück Pappe etwas Feuchtes und Cremiges zu löffeln, ist nun erst mal nicht besonders angenehm. Zudem nimmt man es diesem Origami-Besteck nicht ab, dass es bis zum süßen Ende stabil bleibt. Der Test zeigt jedoch: Der Löffel hält. Die Form bleibt zwar nicht konstant gleich, das Schaufelchen ist jedoch noch deutlich zu erkennen. Minuspunkte gibt es allerdings im sensorischen Bereich. Pappe auf den Geschmacksknospen ist und bleibt wenig appetitlich. Und der Aloe-Joghurt selbst? Erhält natürlich die volle Punktzahl!

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I bought this Aloe-Yoghurt at a "combini", the japanese version of an US- convenient store. Like most of the goods sold here, the yoghurt is ready to be used, respectively to be eaten. But can you trust this little paper scoop? The test reveals: the scoop is stable, but the feeling of paper touching the tongue is kind of displeasant...

コンビ二で買って帰ったアロヨーグルトです!昔の留学ながらよく食べていたものだから、何か懐かしいです。そのヨーグルトと一緒にもらったものはなんて小さいな紙さじです。ええーー その紙さじでヨーグルトが食べられるんですか?ビックリしました。じゃ、試していました。ヨーグルトが本当に最後まで食べられましたよ。折り紙さじの構造は良いじゃないんですか?ま、実は、紙はベロを触る時はちょっと気持ち悪い・・・

12.01.2010 | Wohnungssuche

Für alle, denen vom vielen Weiß vor den deutschen Türen schon die Augen flimmern, nun ein wenig Abwechslung: Tokio im Januar. So spätsommerlich warm, wie es auf dem Bild aussieht, ist es nicht wirklich - aber man kann sich sicher mit einer Kleidungsschicht weniger als in Deutschland nach draußen wagen. Im Inneren hingegen kämpft man mit dem japanischen Heizstandard: Da man sowieso 5 Monate im Jahr die Klimaanlage zum Kühlen braucht, nimmt man sie gleich noch im Winter zum Heizen her. Dumm nur, dass die Schwerkraft den Mensch am Boden hält, während die Klimaanlage oben hängt und viel warme Luft an die Decke bläst.

 


Das Foto ganz oben ist in der Nähe meiner derzeitigen Unterkunft entstanden - über diese Überführung gehe ich täglich auf dem Weg nach Shibuya, wo ich mein Japanisch auffrische. Lange kann ich die zentrale Lage allerdings nicht mehr genießen: Werde Ende Januar in etwas entferntere Gefilde umziehen. Die Wohnungssuche gestaltete sich nicht ganz einfach, nicht nur, weil ich zum ersten Mal in meinem Leben bei einem Makler - beziehungsweise in dessen Informationsbüro - war. Über den Service konnte man nicht klagen: Eine wieselflinke Angestellte nahm meine Wünsche entgegen, recherchierte passende Wohnungen, kam mit Unmengen von Blättern wie dem oben gezeigten zurück, erklärte mir Lage und Anbindung und rechnete mir die Kosten vor. Meistens schaute ich aber eher fasziniert darauf, wie schnell sie reden konnte - von dem Immobilienslang und der Zahlenjongliererei verstand ich gerade mal 5 Prozent, und ohne die japanische Unterstützung, die ich mitgebracht hatte, wäre ich komplett aufgeschmissen gewesen. Inzwischen habe ich die vielen wilden Kanjis aber übersetzt und werde wahrscheinlich bald stolze Mieterin eines geräumigen Wandschrankes: Wer den Plan oben genauer betrachtet, wird merken, dass der Raum nicht viel Möglichkeiten bietet, um Kruscht anzusammeln...

06.01.2010 | Grundausstattung

My new mobile phone... I wonder how japanese people can create electronics which almost seem to wait for cuddling.
携帯電話を買いました。何か日本の電器はニャンコみたい可愛いです。

Wie machen das die Japaner nur, dass man mit ihren Elektrogeräten am liebsten den ganzen Tag kuscheln würde?  Zumindest geht es mir so mit meinem Handy, das ich seit heute nachmittag besitze. Es schimmert wie Zuckerguss, fühlt sich weich an und hat einen animierten Bildschirm, auf dem kleine Hasen und Hirschen sanft im Wind schaukelnde Blätterranken erklimmen. Es empfängt kostenlos meine E-Mails und benachrichtigt mich mit einem leisen Säuseln. Wer sich immer schon gewundert hat, warum die Japaner ihre Mobiltelefone quasi nicht aus der Hand legen: hier ist die Lösung.
Im Hintergrund ist übrigens mein temporäres Zuhause zu sehen, zumindest eine der vier ziemlich eng gesetzten Wände. Bei der Auswahl meiner Unterkunft spielte der Sichtbeton eine nicht unbedeutende Rolle. Die Nachteile ließen sich schon in der ersten Nacht deutlich vernehmen, da die Italiener im Nachbarzimmer einige Wälder niedersägten.
Im Moment bin ich hauptsächlich damit beschäftigt, mich um Organisatorisches zu kümmern. Dabei fällt immer wieder auf, wie schwierig es ist, bei allem die richtige Reihenfolge einzuhalten. Zuerst die Anmeldung am Wohnort, dann das Bankkonto, dann das Handy – so dachte ich zumindest. Die erste Bank aber wies mich ab, da man mindestens ein halbes Jahr im Land sein müsste, um bei ihnen überhaupt ein Konto eröffnen zu können, und selbst dann wäre es immer noch schwierig, wenn ich keinen festen Arbeitgeber in Japan vorweisen könne. Bei der zweiten – dieses Mal entschied ich mich für eine, die übersetzt in etwas „Volksbank von Tokio“ heißt – hatte ich mehr Glück. Doch als ich keine Telefonnummer vorweisen konnte, wurde ich auch dort vertröstet.
Zumindest beim Telefon gab es keine Probleme – abgesehen davon, dass ich eigentlich bei einer ganz anderen Telefongesellschaft einen Vertrag abschließen wollte, mich der Verkäufer von a+u aber dann so geduldig beraten hat, dass ich am Ende doch dort gelandet bin. Na gut, vielleicht hat er mich auch mit dem kuscheligen Telefon rumgekriegt...

01.01.2010 | Peking 2010

My new gloves – I forgot the black ones in the taxi to the hotel.
私の新しい手袋。それまでの黒い手袋をタクシーで忘れてしまいました。

Bei -8 Grad Außentemperatur ist es eigentlich kaum möglich, die Handschuhe zu vergessen – außer man lässt sie wie ich auf der Fahrt von Dongzhimen (Endhaltestelle Airport Express) zum Hotel im Taxi liegen. Auf der Suche nach neuen, dezent gestalteten Handwärmern stieß ich auf zwei Exemplare mit geschmackvollem Design, die mich jetzt mindestens noch 2 Tage begleiten werden (bis dahin habe ich sie wohl so lieb gewonnen, dass sie auch mit nach Japan dürfen). Dank der Handschuhe gibts nun auch ein paar Bilder aus Peking.

 

My hotel lies close to a renovated Hutong. The Authorities probably have recognized the value of old chinese architecture – at least the economic value.
ホテルは改装されたフートングの近くであります。北京市の当局の責任者は中国の伝統的な建築の大事さを分かっていったかも-少なくても、経済のための大事さ。

Mein Hotel liegt im Fu Er Hutong, das wiederum unmittelbar an die Nanluogu grenzt – eine Straße, in der die traditionellen Häuser aufwendig umgebaut wurden und nun Bars und Geschäfte beherbergen. Nicht nur die etwas höheren Preise verraten, dass das Ganze ursprünglich für Ausländer geschaffen wurde: Da sich diese trotz fehlender sanitärer Einrichtungen und extremer Temperaturen in den bei den Einheimischen als ärmlich geltenden alten Gassen ein Zuhause suchen, lag die Folgerung nahe, dass sie in solchen Gegenden auch gerne shoppen würden. Die Einstellung zu den Hutongs hat sich aber inzwischen wohl auch bei vielen Chinesen geändert – ob dazu die mittelmäßigen zeitgenössischen Bauten manch europäischer Büros beitrugen, sei dahingestellt.

 

„Advanced“ use of old architecture: Shopping Street close to Tiananmen Square. Underneath: déjà vue?
中国や欧の伝統的な建築の形をコピーすると、北京の天安門広場の近くであるショッピング・道路が建てられました。

Alte Bauformen = gutes Geschäft. Aber muss man dazu unbedingt Hutongs umbauen? Südlich des Tiananmen-Platzes (*) gibt es eine Alternative: die Hutongs wurden abgerissen; dafür wurden Neubauten errichtet, die nicht nur "traditionelle" chinesische Elemente, sondern auch gleich noch europäische mit aufnehmen. Herausgekommen ist eine künstliche Shoppingstraße à la Ingolstadt Village. Die Rechnung scheint aufzugehen: viele bekannte westliche Marken, denen ein umgebautes Hutong wohl doch zu wenig repräsentativ war,  haben sich hier eine Dependance gegönnt. Aber nicht nur die Chinesen richten sich nach den westlichen Vorlieben, sondern auch die Westler nach den chinesischen. Oder zeigen die beiden Bilder oben etwa nicht zwei bekannte Marken nach der Sinoisierung?

 



Links ein Bild zum Träumen, rechts die traurige Wahrheit. Neunzig Prozent aller Bauten der Kommunistischen Partei sehen aus wie Kanzlerämter für Arme. Schon allein um den gewachsenen Ansprüchen der Chinesen an die Architektur gerecht zu werden, sollte die Abrissbirne großzügig eingesetzt werden. Und dann kann gleich noch laut darüber nachgedacht werden, ob es nur die Architektur ist, die nicht mehr zu China passt.

(*) Als ich den genauen Namen dieses Gebiets herausfinden wollte, wurde meine Verbindung unterbrochen, und mein Text war futsch. Tiananmen, also Platz des himmlischen Friedens, kann man in China nicht ungestraft googlen...

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