04.04.2012 | Volle Kraft voraus!

Ein neuer Stern am Politikhimmel ist aufgegangen: die Piratenpartei. Um ein wenig besser zu verstehen, was da auf uns zukommt (im Moment würden angeblich immerhin 12 Prozent der Bundesbürger die Neulinge wählen), habe ich mich vor einigen Tagen in die Mailing-Liste der Münchner Piraten eingetragen.

Mailing-Listen sind etwas Wunderbares: Man bekommt live und ungefiltert alles mit, was sich die Mitglieder einer Organisation zu sagen haben. Das kann einen bereichern, verwirren, kalt lassen oder aufregen – und bisweilen auch ziemlich amüsieren. Bis vor kurzem etwa war ich ein stiller Abonnent der Attac-Mailingliste. Dort werden nicht nur Globalisierungsthemen diskutiert – sondern bisweilen auch, ob man Radio Arabella boykottieren sollte. Nicht etwa wegen der Musik, sondern weil es einen Bundeswehr-Werbespot gesendet hat.

Auch bei den Piraten bekommt man viel Menschliches und allzu Menschliches mit. Vor allem aber – und das mag einige Kritiker verwundern – jede Menge politisches Engagement. Die von den Piraten geforderte Transparenz ist in jedem Punkt nachzuvollziehen. Völlig egal, ob man Parteimitglied ist oder nicht: Die Diskussionen werden offen geführt, Tagesordnungen zum Bearbeiten frei gegeben, AGs im Handumdrehen gegründet. Manch einer sieht im Erfolg der Piraten eine Politikverdrossenheit – ich denke, dass das Gegenteil der Fall ist. Die Menschen sind froh, dass sie endlich wirklich mitwirken dürfen, dass jedes Thema grundsätzlich erst mal ernst genommen wird, dass es eben kein Programm gibt, das alles in feste Schranken weist.

Bei der Piratenpartei ist Politik ein Prozess, der sich ständig vor den Augen aller weiterentwickelt. Ob die Piraten das durchhalten können, ob sie irgendwann doch in die üblichen Verhaltens- und Machtmuster verfallen, bleibt abzuwarten. Für's erste darf es aber nicht Wunder nehmen, dass diese neue Partei die deutsche Politik komplett umkrempelt.

14.03.2012 | Birkhäuser ade


Mit diesem Schlag hat wohl kaum jemand gerechnet: Nach über 130 Jahren wird der Birkhäuser Verlag in Basel zu Grabe getragen. Weitgehend unbemerkt von der Leserschaft der vielen herausragenden Bücher zu den Themen Architektur und Design wurde der Verlag von Springer Ende 2009 an das spanische Verlagshaus Actar verkauft – und von dort aus wohl auch zugrunde gerichtet. Actar hätte sich mit dem Kauf wohl übernommen, hörte man aus Fachkreisen. Mit der Aufgabe, den traditionsreichen Schweizer Verlag von Barcelona aus zu steuern, kamen die Spanier jedenfalls offensichtlich nicht zurecht.

Seit letzter Woche ist Birkhäuser offiziell insolvent, das Konkursverfahren eröffnet. Die vielen Autoren, Fotografen, Druckereien und Publizisten, mit denen der Verlag im letzten Jahr zusammengearbeitet hat, durften das schon vorher spüren: Die Buchhaltung in Barcelona überwies schon seit etwa einem halben Jahr keine Honorare mehr, und zuletzt wohl nicht einmal mehr die Löhne der Angestellten. Wenn sich kein Käufer findet, wird der Konkurs Ende März eingeleitet. Was dann mit den verbliebenen Mitarbeitern passiert, und welches Schicksal auf die Zeitschrift form wartet, die von Birkhäuser herausgegeben wird, ist ungewiss.

siehe auch: Beitrag im Börsenblatt

22.12.2011 | End of the year

28.11.2011 | Japanese Notes XIX

A friend from Osaka teached me some words in Osaka-dialect. In my impression, the mood this dialect delivers ressembles very much the mood of the Bavarian dialect.

24.11.2011 | Japanese Notes XVIII

Breakfast and dinner are often served as cold dishes in Germany. The Bavarian word for a meal which looks like the one shown at the photo is "Brotzeit", time for bread.

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